"Wenn Träume fliegen lernen" Die Bühne der Phantasie
Der schottische Stückeschreiber James M. Barrie (Johnny Depp) hatte auf der Londoner Bühne noch wenig Erfolg. Man schreibt das Jahr 1903, und sein Theaterproduzent Charles Frohman (Dustin Hoffman) ist wenig amüsiert, als Barrie im Park die mittelose, reizvolle Witwe Sylvia Llewelyn Davis (Kate Winslet) und ihre vier Buben kennenlernt.
Besonders Peter (Freddie Highmore), ein begabter Junge von schon schroffer Illusionslosigkeit, fasziniert den kindlich gebliebenen Träumer, der weiß, daß man die Dinge verändern kann, wenn man nur fest daran glaubt; dass nur ein besonderer Blick nötig ist, um ins Phantasiereich Nimmerland zu entschweben. Peter aber lässt sich nicht umgarnen, er traut den Erwachsenen nicht mehr, seit sein Vater plötzlich starb und die Familie traumatisiert zurückließ.
James Barrie, der in brüchiger Ehe lebt, verbringt immer mehr Zeit mit den neuen Freunden und beginnt, angeregt durch die Kinder, ein neues Bühnenstück zu schreiben. Dass ein erwachsener Mann, der unentwegt mit Kindern spielt und seine Frau vernachlässigt außer Sylvias rigider Mutter (Julie Christie) auch die bürgerliche Gesellschaft gegen sich aufbringt, dass Derartiges Ruf und Aussichten einer jungen Witwe ruiniert, scheint Barrie kaum zu treffen.
Doch irgendwann hilft auch der beste Elfenstaub nicht mehr gegen die Wirklichkeit: Barries Frau verlässt ihn, Sylvia erkrankt schwer und stirbt. Der Künstler übernimmt zum ersten Mal Verantwortung und kümmert sich um die verwaisten Jungen. Sie soll das feingesponnene Märchengarn trösten - sie und die vielen Kinder und Erwachsenen, die sich bis heute von Peter Pan verzaubern lassen.
"Zwei ungleiche Schwestern" ("Les soeurs fachées")
USA/Großbritannien 2004. Regie: Marc Forster. Buch: David Magee nach der Vorlage von Allan Knee. Darsteller: Johnny Depp, Kate Winslet, Julie Christie, Radha Mitchell, Dustin Hoffman. Produktion: Film Colony. Verleih: Buena Vista. Länge: 101 Minuten.