Klänge für Großstadt-Ohren - DER SPIEGEL
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ALLTAG Klänge für Großstadt-Ohren

• aus DER SPIEGEL 20/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Handyklingeln, Flugzeugrauschen, Kühlschrankbrummen - die Geräuscharchitektur, in der wir leben, nehmen wir oft überhaupt nicht oder nur als störend wahr. Dass der Klang des Alltags subtiler wirkt als angenommen, zeigt die Ausstellung »Sonic Boom - The Art of Sound« in der Londoner Hayward Gallery (bis 18. Juni). Mit schrägen Installationen haben Soundkünstler Klänge fürs abgestumpfte Großstadtohr verstärkt, verzerrt und visualisiert. Blitzlichter laden den Raum mit unerträglicher Spannung auf. Der Anblick von Schmetterlingen wirkt plötzlich bedrohlich, hört man dazu hektisches Flügelklappern. Mit Kabelantennen, die Fröschequaken und Affenschreie auf Kopfhörer übertragen, verzaubert die Berliner Künstlerin Christina Kubisch die hässliche Beton-Terrasse der Galerie in einen brasilianischen Regenwald. Die Gruppe »Project Dark« entzaubert lieber, indem sie auf dem Grammofon statt Schellackplatte ein Knäckebrot abspielt. Wem das zu viel wird, der kann beim Personal Ohrstöpsel leihen. Bessere Erholung verspricht jedoch Brian Enos »Quiet Club« mit Sphärenklängen und changierenden Farbdias.

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