Gestorben Klaus Teuber, 70
Auf der Straße hätte ihn kaum jemand erkannt, sein Werk aber steht in Abermillionen Wohnzimmern: Der gelernte Zahntechniker Klaus Teuber erfand ein Brettspiel, das als Urmutter der »German-style board games« prägend für Generationen wurde. »Die Siedler von Catan« tauschen seit 1995 Schafe, Erz, Lehm, Getreide und Holz, bauen und streben nach Siegpunkten. Für die Brettspielszene war der in einem kleinen Dorf im Odenwald aufgewachsene Teuber das, was Apple-Chef Steve Jobs für die digitale Welt war: ein Gamechanger. Nach »Catan« war nichts mehr wie zuvor. Das Spiel wurde in mehr als 70 Ländern über 40 Millionen Mal verkauft. Dem »Wall Street Journal« war es einen Bericht wert, dass auch Silicon-Valley-Bosse sich reihenweise mit dem Catan-Virus ansteckten, die Nerds in der TV-Serie »The Big Bang Theory« waren dem Kultspiel verfallen. Teuber war bei mehreren Verlagen abgeblitzt, bis Kosmos sich die Rechte sicherte. Nach dem Durchbruch mit »Catan« gab er das vom Vater übernommene Dentallabor auf und gründete die Catan GmbH, in der auch seine Frau und beide Söhne aktiv sind. Es gibt Dutzende von Erweiterungen, Spin-offs und digitale Ableger der ursprünglichen Version. Der Spieleautor schrieb auch Bücher: Zuletzt arbeitete er am dritten Band seiner als Familiensaga erzählten Romantrilogie »Catan«. Klaus Teuber starb am 1. April nach kurzer, schwerer Krankheit.