FILM Klingling, Bumbum
Steinerner Garten wird der Heldenfriedhof Arlington bei Washington D.C. genannt; auf ihm wurden Ende der sechziger Jahre täglich 15 tote Vietnamkrieg-Soldaten begraben. Sergeant Hazard (James Caan), ein gelackter Korea-Veteran, befehligt dort die »Old Guard« genannten blauen Jungs, eine Eliteeinheit, die den Toten zur Ehre noch einmal das Gewehr präsentiert - mit Klingling, Bumbum und Tschingdara, voran die Fahnenträger, die Schuppenketten unterm Kinn. Die jungen Frauen weinen. Nach 111 Minuten ist endlich diese sentimentale Musik vorbeigezogen.
Das pompöse Arlington-Begräbnis dient als dramaturgische Klammer in einem Film, der die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sich nach der »Old Guard«-Ausbildung zum Vietnam-Einsatz meldet und als Toter heimkehrt. Der Krieg freilich flimmert nur via TV über die Leinwand.
Coppola, der 1979 immerhin »Apocalypse Now« inszeniert hatte, trieb im »Steinernen Garten« Pazifismus mit dröhnendem Patriotismus aus.