FESTSPIELE Knappe Kohle im Pott
Glückauf: Die RuhrTriennale, der jüngste Champion in der europäischen Festspielliga, scheint über den Berg zu sein. Während die Platzausnutzung nach zähem Start vor einem Jahr noch unter 70 Prozent lag, nähert sie sich in der laufenden Saison dem Traumwert von 90 Prozent; auch künstlerisch sind die Spiele im Revier inzwischen auf der Höhe. »Noch nie«, behauptet Nordrhein-Westfalens grüner Kulturminister Michael Vesper, sei »so viel so positiv über das Ruhrgebiet berichtet worden wie im Zusammenhang mit der Triennale«. Gleichwohl wird beim Kulturfest im Pott die Kohle knapper. Letzte Woche hat die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf den Landesetat für 2004 um zwei Milliarden Euro gekürzt und dabei ihre Zuschüsse für die nächste Drei-Jahres-Staffel der Triennale (2005 bis 2007) um mehr als zehn Prozent (vier Millionen Euro) reduziert. Das, so der Triennale-Initiator Vesper, sei »von der Finanzlage her und auch psychologisch unvermeidbar gewesen«.
Nun muss der designierte Triennale-Chef Jürgen Flimm, der 2005 den Gründungsintendanten Gerard Mortier beerben soll, entscheiden, ob er sein Amt überhaupt antritt: Bislang hat er nicht unterschrieben, und »so mir nichts, dir nichts« will er die Abstriche auch nicht hinnehmen. Ein Sparmodell hat er allerdings schon in petto: Künftig dürfte das Festival auf eine einzige Saison im Spätsommer und auf weitaus weniger Spielorte konzentriert werden. Ende dieser Woche will Flimm ins Revier reisen und »mit den Kameraden Tacheles reden«.