KRITIK
Robert Schumann: »Streichquartette Nr. 1 a-Moll und Nr. 2 F-Dur Opus 41«. Schumann erreicht in seinen ersten Kammermusikwerken, im Sommer 1842 in 34 Tagen niedergeschrieben, den Ausgleich zwischen seiner aufs Einzelne gerichteten romantischen Stimmungskunst und der klassischen Form, die logische Entwicklung und Verarbeitung des Materials verlangt. Die zeitgemäße Phrase von der »entschlackten Romantik« Entschuldigung musikalisch weniger qualifizierter Ensembles, braucht das mit Präzision und Leidenschaft musizierende Parrenin-Quartett nicht zu bemühen. (Columbia SMC 80 908; 21 Mark.)
»Organ Recital«. Am vollelektrischen viermanualigen Spieltisch der Olivaer Kathedralen-Orgel demonstriert der einunddreißigjährige Volkspole Joachim Grubich, warum er 1962 den Internationalen Musikwettbewerb in Genf gewann. Mit wohlgesetzten Händen und Füßen variiert er nach den Vorschriften von Bach und Brahms Passacaglia-Zeilen und fromme Advents- und Sterbe-Choräle, läßt Cäsar Francks chromatisierende Phantasie Nummer 3 brausen und säuselt und meditiert lautstark über Olivier Messiaens dissonanzreiche Behauptung, daß »Gott unter uns«. sei. (Polskie Nagrania XL 0283; 18 Mark.)
»Trini«. Ob im Nachtlokal oder auf der Schallplatte -- Stimmungssänger Trini Lopez; 29 ("Here we go, everybody!«, versucht sein Publikum stets zum Mitsingen zu bewegen. Der Texaner ibero-mexikanischer Abkunft, Nichtraucher und Antialkoholiker, der mit den Liedern »A-me-ri-co und »If I Had A Hammer« Spitzenumsätze erzielte, verarbeitet auf seiner neuesten Platte Schlager wie »Call Me« und »Yesterday« zu dünnblütigen Folksong-Surrogaten. Im eintönigen Shuffle-Rhythmus vorgetragen, gerät ihm trotz Bläser-Begleitung jede Melodie gleich. (Reprise RS-6196; 18 Mark.)