KRITIK - DER SPIEGEL
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KRITIK

• aus DER SPIEGEL 21/1967
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Georg Philipp Telemann: »Pimpinone«. Die Mini-Oper von einer ungleichen Heirat und dem darauffolgenden Ehekrieg, die der Hamburger Stadtkantor und Opernchef 1725 komponierte, ist ein frühes Modell des Komischen auf der Singbühne. Die Ost-Berliner Einspielung des Zweipersonenstücks mit den Solisten Erna Rascher und Reiner Süß und dem Kammerorchester der einst »Preußisch« genannten Staatskapelle Berlin unter Helmut Koch macht auf drastische Weise klar, daß die deutsche komische Oper gleich als Satire ins Leben trat. (Philips 835 379 AV; 25 Mark.)

Paul Hindemith: »Sonate für Bratsche und Klavier 1939« 1 »Sonate für Bratsche allein Opus 11 Nr. 5«. Mit hörbarem Engagement setzt sich der US-Violaspieler Ernst Wallfisch hier für zwei Stücke ein, die soviel Mühe nicht verdienen. Hindemiths Bratschensonaten sind altmeisterlich restaurativ und überdies mit dem Kult des auftrumpfend Gesunden verbunden »Man kann schon heute sagen, daß er (Hindemith) der repräsentative deutsche Komponist der Mitte des 20. Jahrhunderts ... bleiben wird« (so der Hüllentext) -- das ist leider wahr. (Da Camera SM 93 802; 25 Mark.)

»Ken Colyer in Hamburg 1966«. Die Ungelenkigkeit der britischen Ken-Colyer-Band gehört zu ihrem Stil. Trompeter Colyer, der vor 15 Jahren nach New Orleans schipperte, um mit den greisen Jazzvätern zu musizieren, kapierte mit dem Originalton der Veteranen auch deren Altersschwäche. Dach das Second-hand-Schrumm-Schrumm, das 1954 die europäische Dixieland-Welle auslöste, findet immer noch Freunde. In der Hamburger Universität, wo die Platte mitgeschnitten wurde, skiffelte Colyer seine Hits vor ausverkauftem Haus. (Polydor 623 231; 18 Mark.)

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