KRITIK - DER SPIEGEL
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KRITIK

• aus DER SPIEGEL 52/1967
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Johann Gottfried Walther! Johann Pachelbel: »Orgelwerke«. Was der Orgelbauer Gottfried Silbermann <1683 bis 1753) für seine Instrumente theoretisch forderte -- »das Hauptwerk soll gravitätisch, das Oberwerk scharf und spitzig, die Brust delicat und lieblich intoniret werden« --, demonstriert der Bremer Professor Hans Heintze auf einer Silbermann-Orgel an den eleganten, figurativen Orgelchorölen des Nürnberger Organisten Pachelbel. Die einfallsschwachen Musiken des Bach-Verwandten Walther geben ihm indes wenig an die Hand. (Archiv 198404; 25 Mark.) Giuseppe Verdi: »Aida«. Den opulenten, exotischen Ohrenschmaus, den sich Ägyptens Vizekönig Ismail Pascha 1869 zur Eröffnung des Suezkanals bestellte, serviert der indische Dirigent Zubin Mehta mit mehr Pomp und Lärm, als es Verdis differenziertes Liebesdrama verträgt. An Tutti-Stellen geraten Orchester und Chor der römischen Oper in ein wildes Tongetümmel; das forcierte Belcanto der Solisten rutscht bisweilen ins Schrille aus. Souveräner als die Stars Nilsson, Bumbry und Corelli singt der Baß Bonaldo Giaiotti (Ramfis). (Electrola SMA 91 653/55; 48 Mark.) Hans Koller: »Relax With My Horns«. Vier selbstgeblasene Saxophonstimmen (zwei Alt, zwei Tenor) addierte der Wiener Cool-Veteran Hans Kalter, 46, zu einem synthetischen Orchester. Doch nur die arrangierten Themen klingen gut. Beim Improvisieren über seine »Musik für Pablo Picasso« sowie über ein Stück des »Saba«-Chefs Hans Georg Brunner-Schwer ("Half And Half") verließ den Künstler die Inspiration. Von den vorgefertigten Chorussen des Playbocks ging keine Anregung aus: Die Jam Session des Ein-Mann-Quartetts bleibt steril. (Saba SB 15088; 18 Mark.)

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