KRITIK - DER SPIEGEL
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KRITIK

• aus DER SPIEGEL 13/1968
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Frédéric Chopin: »Klaviersonate h-Moll Opus 58; Polonalsen As-Dur Opus 61 und Opus 53; 3 Mazurkas Opus 59«. Die Argentinierin Martha Argerich, 26, hatte bereits Pianisten-Preise erhalten, als sie sich mit 20 zurückzog. Diese Aufnahme vom Januar 1967 demonstriert den Nutzen der Klausur ein unsentimentales, ausgenüchtertes Chopin-Spiel van poetisierter Präzision -- die Wandlung vom ungestüm aufstrebenden Karriere-Girl zur kühl-beherrschten First Lady unter den zur Zeit durchweg männlichen Klavierstars. (Deutsche Grammophon 139 317 SLPM; 25 Mark.) »Musikalische Raritäten für Kontrabaß«. Die einst reiche Sololiteratur für den 450jährigen Streichbaß, der im neuzeitlichen Symphonieorchester zum fundamentgebenden Schrumm-schrumm-Instrument verkümmert ist, wird nur noch von wenigen Spielern beherrscht: darunter der Wiener Philharmoniker Ludwig Streicher. In Konzerten und Solostücken von Bottesini, Sperger und Dragonetti präsentiert er mit verblüffender Geläufigkeit die als schwerfällig geltende Großmutter der Orchesterfamilie als muntere komische Alte. (Amadeo AVRS 5061; 25 Mark.) Jean-Luc Ponty: »Sunday-Walk«. Weil er »unbedingt ein Jazz-Mann« sein wollte, schlug Jean-Luc Ponty, 25, Sohn eines Violin-Professors und Träger des »Premier Prix du Conservatoire National«, die Karriere eines E-Musik-Geigers aus. Mittlerweile preisen ihn Kritiker -- übertreibend -- als »John Coltrane der Geige«. Pontys elektrisch verstärktes Instrument klingt im Quartett mit dem deutschen Pianisten Dauner, dem dänischen Bassisten Örsted-Pedersen und dem Schweizer Schlagzeuger Humair ledoch ganz und gar nicht avantgardistisch. (Saba SB 15 139 ST; 19 Mark.)

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