KRITIK - DER SPIEGEL
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KRITIK

• aus DER SPIEGEL 8/1967
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Friedrich Smetana: »Streichquartett e-mail«; Anton Dvorák: »Streichquartett As-Dur Opus 105«. Im Februar 1965 debütierte in New York, »sensationell« (wie der geigende Casalsfreund Alexander Schneider bemerkte), ein Streichquartett, das sich unter das Namenspatronat der Violinbauer Guarneri gestellt hat. Des ertaubten Smetanas düsteres Opus »Aus meinem Leben« und Dvoráks subtil böhmisch koloriertes Kammermusikwerk bieten die Guarneris vital und differenziert. Zu so markanter Eigenart wie etwa das Amadeus-Quartett haben sie allerdings noch nicht gefunden. (RCA LSC-2887; 21 Mark.)

Witold Lutoslawski: »Trais Poèmes d'Henri Michaux«; »Postludium«; »Streichquartett«. Menschenschreie und -schluchzer, Orchesterschocks und -schläge mischte Polens prominentester Avantgardist zu einer zwölfton-malerischen Nachdichtung von drei Gedichten des französischen Stil-Modernisten Mich aux. Aggressiver noch als in der geräuschvoll umgesetzten Lyrik kombinierte Lutoslawski Töne und Reihen in seiner Kammermusik: Das LaSalle-Quartett streicht, Tempo und Rhythmus improvisierend, exakt nach des Komponisten Spielregel, »als ob jeder Musiker allein wäre«. (Wergo WER 60019; 29 Mark.)

Nancy Wilson: »A Touch Of Today«. Die »phantastische Miß Nancy« ("Billboard«, nach Barbra Streisand das hoffnungsvollste Pop-Talent des amerikanischen Show-Business, singt Bestseller-Schlager der Teenager -- so den Stevie-Wonder-Hit »Uptight«, die Beatles-Nummer »Yesterday«. Umgeben von Sid Fellers effektvoll arrangierten Streichern, Bläsern und Elektragitarristen, verfeinert die dunkelhäutige Vokalistin aus Ohio die Schlager mit raffinierten Zwischentönen; sie ist -- so »Time« -- »zugleich heiß und kühl, zugleich Sängerin und Geschichtenerzählerin«. (Capitol SMK 74 156; 18 Mark.)

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