KRITIK - DER SPIEGEL
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KRITIK

• aus DER SPIEGEL 33/1967
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Claudio Monteverdi: »Madrigale«. Monteverdis berühmtes Lamento der von Theseus verlassenen Ariadne ("Lamento d'Arianna"), Oberrest einer verschollenen »Arianna«-Oper, singt der römische »Coro Polifonico« in der fünfstimmigen Fassung eines Madrigals mit empfindsam bebender Dünnstimmigkeit. Die modische Renaissance-Form hat der »göttliche Claudio« auch für eine Klage um seine 18jährig verstorbene Ariadne verwendet: für tönende »Tränen des Liebenden am Grabe seiner Geliebten« (Titel des zweiten Platten-Werkes). (RCA Victor SMR 8013; 16 Mark.)

Johnny Hodges/Wild Dill Davis: »Blue Pyramid«. Johnny Hodges »reines Künstlertum« (Duke Ellington) entfaltet sich unter Titeln wie »At Dawn«, »Nonchalance«, Stormy Weather« in Ellingtonscher Indigo-Stimmung. Um sie zu erzeugen, entlieh sich Hodges, 61, vom Ellington-Orchester, dem er seit 1928 angehört, den Posaunisten Lawrence Brown und den Klarinettisten Jimmy Hamilton. Zum mächtigen Orgelklang von Wild Bill Davis bläst Hodges den »Blues for Madeleine« mit weichem Altsaxophon-Klang und mit vielfältigen Ton-Nuancen. (Verve V 6 -- 8635; 21 Mark.)

Baden Powell: »Tristeza On Guitar«. Mit acht Jahren stahl Baden Powell, geboren 1937 in Rio de Janeiro, seine erste Gitarre. Mit 30 ist er der »größte und rhythmisch originellste« (so die Kritik) Vertreter der brasilianischen Besetzungen. Zwischen Solo-Aufnahme und Sextett besingt er sowjetische Raumfahrer ("O Astronauta"), den Macumba-Gott »Xangó« und -- in unnachahmbarem rhythmischen Furioso -- den Karneval in Rio ("Som Do Carnaval"). Seine Folklore swingt, im zweistimmigen »Invencão em 7 1/2« spielt er mit sich selber Playback. (Saba SB 15 090; 18 Mark.)

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