Kultur der Nasszelle - DER SPIEGEL
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AUSSTELLUNG Kultur der Nasszelle

• aus DER SPIEGEL 29/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Keine Menschenseele ist hier zu sehen - dafür scheinen die Gegenstände in den Fotografien zu leben wie der Hausschwamm. Ein kleines Fenster im Gelbgrün der Wände atmet wie ein halbgeöffneter Mund und zieht den Betrachter wie magisch ins Bild. Die amerikanische Fotografin Lucinda Devlin, 56, hat Nasszellen deutscher Kurbäder abgelichtet, deren morbider Charme der unheimlichen Atmosphäre einer Kafka-Erzählung ähnelt und an die klinisch reinen Raumbilder der in Venedig gefeierten deutschen Fotokünstlerin Candida Höfer erinnert. Seit Jahren schon widmet sich die Fotokünstlerin den Schrecken, die unter der Oberfläche gesellschaftlicher Institutionen ihr Unwesen treiben. In den neunziger Jahren verstörte sie die Kunstwelt mit den »Omega Suites«, Aufnahmen amerikanischer Todeszellen. Im Museum Kurhaus Kleve präsentiert Devlin vom kommenden Sonntag an exklusiv mit ihrer 50 C-Prints starken Serie »Water Rites« die Eingeweide deutscher Bäder.

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