Kunst - DER SPIEGEL
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Kunst

• aus DER SPIEGEL 47/1971
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Ende des Museums und des Kunstmarkts annonciert -- womöglich doch zu früh?

der belgische Künstler Marcel Broodthaers mit einer paradoxen (Trans-Aktion. Broodthaers hatte schon an mehreren Orten, wie seinem deutschen Wohnsitz Düsseldorf, unterschiedliche »Sektionen ("19. Jahhundert«, Kino") eines mit Gerümpel und Ideen bestückten »Museums für moderne Kunst« eingerichtet und dieser Erfindung den poetischen Zusatztitel »Département des Aigles« (Adler-Abteilung) verliehen. Als »Direktor« hat er dem Unternehmen nun auch noch eine »Finanz-Sektion« angegliedert -- doch nur, um sie sogleich zu schließen: »Wegen Konkurs« läßt Broodthaers jetzt in der Kölner Galerie Werner 19 Katalog-Exemplare vom Kölner Kunstmarkt in entsprechend beschrifteten Broodthaers-Schutzumschlägen verkaufen. So zu Bankrott-Objekten aufgewertet, kosten die Verzeichnisse (Stückpreis ursprünglich: zehn Mark) je 300 Mark, sind dafür aber 19 verschiedenen »imaginären und realen Personer« zugeeignet. Galerist Werner. selbst Kunstmarkt-Teilnehmer mit »ziemlich geringem« Umsatz, schlug schon am ersten Ausverkaufstag vier Kataloge los -- gewidmet etwa dem Filmregisseur Jean Vigo und einem geheimnisvollen Broodthaers-Bekannten »Gustave***«

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