Kunst
Eine »Mobilisierungs-Aktion für den Kunstverstand« plant Frankfurts Kulturdezernent Hilmar Hoffmann: Weil die hochverschuldete Stadt ein Gemälde ("Synagoge") von Max Beckmann zum Preis von 750 000 Mark erwerben möchte, jedoch nur ein Drittel der Kaufsumme erlegen kann, sollen die Bürger helfen. So werden in Kürze ortsprominente Fußballspieler und der Wildhüter Grzimek in Zeitungsannoncen klarmachen, daß »Kunst doch eine gute Sache« (Hoffmann) ist, ehe Ende April weitere Lokalgrößen 10 000 farbige Beckmann-Poster auf Frankfurts Straßen zum Stückpreis von 20 Mark feilhalten werden. Plakat-Verkauf sowie Erlöse aus eher privaten Bitt-Gängen des Dezernenten »mit meinem Hut« werden Hoffmann ist sicher -- in kurzer Zeit die halbe Mill on für Beckmann erbringen. Denn: »Frankfurt ist eine Stadt mit konsekutivem Zwang zum Superlativ.«