Kunst - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 63 / 83

Kunst

• aus DER SPIEGEL 1/1972
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kaum vergessen, schon wiederentdeckt: Auf dem immer schneller rotierenden Karussell des Kunstbetriebs war die deutsche Malerei der fünfziger Jahre, jener international nie so recht durchgesetzte Beitrag zum weltweiten abstrakten »Informel«, erst eben und, wie es schien, endgültig dem Blick entschwunden; prompt wird sie ausgegraben -- und das fast gleichzeitig an vielen Orten. Der Düsseldorfer Kunstverein zum Beispiel würdigt derzeit retrospektiv das Werk von Emil Schumacher, fürs jetzt begonnene neue Jahr planen die Museen in Leverkusen und Wuppertal Informel-Übersichten, und eine private Galerie ist ihnen knapp voraus: Der Kölner Kunsthändler Hans-Jürgen Müller, der auch »nicht nur noch avantgardistisch nach vorne« schauen mag, setzt sich derzeit mit einer Kollektiv-Schau (zehn Künstler) erneut für die nun etwa 50jährigen Vor-Kämpfer von damals ein. Die Preise der deutschen Informel-Bilder sind »mit der allgemeinen Teuerung« (Müller) gestiegen -- teuerstes Stück: ein Gemälde von Karl Otto Götz, das jetzt 36 000 Mark kostet.

Zur Ausgabe
Artikel 63 / 83