Kunst
Platzmangel im Atelier und das Bedürfnis nach Kommunikation inspirierten den Kölner Künstler Antonius Höckelmann, 35, zu einer großen Öffentlichkeits-Arbeit: Er schafft derzeit, etwa zwei Stunden täglich, in der Kölner Galerie Werner an einer drei mal vier Meter großen Kreidezeichnung und freut sich der »Kontrolle«, die es bedeutet. »einen Strich zu machen, wo ein anderer zusieht«. Publikums-Sympathie beansprucht das Work in progress mit Grund -- es geht auf die »Gerichtsschwierigkeiten« zurück, die Höckelmann, eines antiautoritär erzogenen Kindes wegen, mit seinem Hauswirt bekam. Bruchstücke aus einschlägigen Prozeß-Schriftsätzen werden denn auch neben abstraktem Liniengewirr und Comic-Fratzen in das Monumentalwerk eingebracht, an dem der Künstler schon zu Anfang des Jahres in Baden-Baden (Zuschauer zeichneten und schrieben mit), später in Amsterdam gestrichelt hat. In Köln soll es nun fertig und möglichst für 9000 Mark verkauft werden.