Kunst - DER SPIEGEL
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Kunst

• aus DER SPIEGEL 41/1971
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Monschau, idyllische Kreis- und Kleinstadt (2550 Einwohner) in Nordrhein-Westfalen, kann einpacken. Nach Plänen des bulgarischen Emballage-Künstlers Christo, der früher schon die Berner Kunsthalle, das Heidelberger Amerika-Haus und Teile der australischen Küste mit Plastikbahnen verhüllt hat, drapierten zwei Dachdecker, zwei städtische Arbeiter und eine Schulklasse aus Hamburg die Sehenswürdigkeiten (Burg, Haller-Ruine) des Eifelorts mit rund 6000 Quadratmetern Polypropylen-Gewebe aus Holland und umschnürten die monumentalen Pakete mit 3000 Meter langen sogenannten »7-Trossen-Polypropylen-Super-Split-Leinen« aus Fritzlar. Ob es sich freilich bei dem 40 000-Mark-Projekt, das noch bis zum 24. Oktober Bürger und Touristen »aus eingefahrenen Sehgewohnheiten herausreißen« soll, um ein Originalwerk handelt, kann bestritten werden: Erstmals erschien Christo, der gerade für 450 000 Dollar im US-Staat Colorado einen Canyon mit einem »Talvorhang« unterteilt, nicht am Ort einer von ihm skizzierten Groß-Verpackung. Telegraphisch überließ er vielmehr dem Kölner Journalisten Willi Bongard »alle Vollmachten für die erfolgreiche Realisation«. Auch eine von Bongard bei Bürgern und Behörden eingeleitete Publicity-Aktion wurde nicht überall wirksam: Entsetzt von »dieser Art von sogenannter Kunst« entzog nach einem Lokaltermin der Aachener Regierungspräsident Josef Effertz der Stadt einen fest zugesagten Zuschuß in Höhe von 30 000 Mark -- »im Interesse der Steuerzahler«.

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