Kunst
Erdkünstler Walter de Maria und sein Münchner Promoter Heiner Friedrich geben den olympischen Wettkampf noch nicht auf. De Marias Plan, in Sichtweite der Stadien einen 120 Meter tiefen Schacht als »Erdskulptur« in einen Schutthügel zu bohren, war im August nach kurzer, erregter öffentlicher Diskussion von der Olympia-Baugesellschaft (OBG) verworfen worden. Inzwischen hat sich eine respektable Lobby formiert, die das Projekt doch noch durchsetzen möchte. Der sonst eher konservative Münchner Galerie-Verein (Galionsfigur: Prinz Franz von Bayern) »befürwortet die Verwirklichung dieser Arbeit« und machte am letzten Freitag noch weitere Plädoyers bekannt -- darunter Fürsprachen des Baslers Museumsleiters und Chagall-Schwiegersohns Franz Meyer, seines Stockholmer Amtsbruders Pontus Hulten und des West-Berliner Museums-Oberherrn Stephan Waetzoldt, für den einzig de Marias Projekt »dem Anspruch, welchen die Olympia-Bauten stellen, gerecht« wird. Olympia-Chefarchitekt Günter Behnisch erklärt lakonisch die Bohrung zum »bisher überzeugendsten (Olympia-)Kunstbeitrag« und optiert »für die Realisation«. Im OBG-Etat sind die nach neuer Schätzung nötigen 1,2 Millionen Mark noch frei.