Kunstmarkt
Nicht recht froh werden deutsche Galeristen und Künstler ihrer diversen, meist als Gegenveranstaltungen zum erfolgreichen Kölner Kunstmarkt propagierten freien Messen und Märkte: Duisburgs »Pro Art 71« hatte im Mai lediglich einen »Ausverkauf des guten Willens« (FAZ) verbucht; der Göttinger Kunstmarkt im Juni endete trotz der von Teilnehmern bezeugten »netten Stimmung« in geschäftlichem Katzenjammer; und »Art Information 71«, kurz danach in Kiel, begann schon mit einem organisatorischen Desaster und schloß mit Deklarationen wie »Nie wieder Kiel«. Schon jetzt gibt es auch Zank um einen kommenden Frei-Markt: In einem offenen Brief hat der Galerist Helmut Rywelski seine Mitgliedschaft im Kölner Verein »Internationale Kunst- und Informationsmesse« (IKI) aufgekündigt und seine Teilnahme an diesem auf Oktober angesetzten Ereignis abgesagt. Begründung: Anstatt der »Kunst frische, überzeugende Impulse zu ihrer Demokratisierung« zu verpassen, habe sieh die IKI zu einem »Wartesaal« des früher auch von Rywelski umworbenen Kölner Kunstmarkts herabgewirtschaftet, Wegen einer dem IKI-Altmitglied zugesandten Beitragsrechnung über 500 Mark (Rywelski an IKI-Vorsitzenden Ingo Kümmel: »Mit der Verschlagenheit, die sich in dieser Maßnahme äußert, müssen Sie selbst fertig werden") verweist der Schuldner den Verein »bereits heute auf den Rechtsweg«.