Kunstmarkt - DER SPIEGEL
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Kunstmarkt

• aus DER SPIEGEL 40/1972
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Weil es ihm angeblich »auch keinen Spaß macht, nur Ausstellungen zu zeigen, die gleich ausverkauft sind«, wechselt der Hamburger Kunsthändler Hannes von Gösseln (Galerie de Gestlo) sein Programm. Das 23jährige Wunderkind des deutschen Kunstmarkts hat in knapp zweijähriger Praxis maßgeblich daran mitgewirkt, den sogenannten Neuen Realismus aus den USA bei europäischen Sammlern durchzusetzen; nach den Gemälden einzelner Realisten (Durchschnittspreise: 10 000 bis 20 000 Mark) stehen mittlerweile auf Gösselns Wartelisten bis zu zehn und 14 Kunden Schlange. Mit dem Rückhalt dieses Geschäfts, das er im Hinterzimmer auch fortführen will, kann sich der Galerist nun »mal wieder schlaflose Nächte« leisten und ein neues »Produkt promoten": Anstatt sich noch an zweitrangigen Realisten »dumm und dämlich zu verdienen«, importiert er für seine künftigen Ausstellungen eine neue Garde (etwa 30jähriger) lyrisch-abstrakter Maler aus New York mit kaum bekannten Namen wie Jake Berthot, Frank Owen und Jerry Zeniuk. Seine Frage »Was kann ich jetzt noch für die Realisten tun?« beantwortet Gösseln allerdings, zum Abschied, mit einer Ausstellung des Realisten Malcolm Morley.

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