Kunstmarkt - DER SPIEGEL
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Kunstmarkt

• aus DER SPIEGEL 46/1972
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König David und Abraham Lincoln, Königin Esther, eine »Western Queen«, sowie »Paula«, »Ramona« und sogar der Weihnachtsmann haben nur einen Wunsch: daß mit Zitronen gehandelt wird. Die kunterbunten Damen und Herren bilden, im Verein mit Katzen und Hunden, Einhörnern und Täubchen die Motive zu süßsauren Emblemen, die vor rund 50 Jahren für den Obsthandel erdacht, jetzt aber vom Kunsthandel entdeckt worden sind: Aufklebeetiketten für Apfelsinen- und Zitronenkisten. Vor fünf Jahren wurden beträchtliche Überbleibsel der popfarbigen Bildchen aus den zwanziger Jahren in verlassenen Packhäusern kalifornischer Zitrus-Plantagen aufgestöbert. Die Künstler waren -- unübersehbar -- bodenständig: Hollywoods Filmgraphiker und Kulissenmaler hatten sich mit solchen Entwürfen Zubrot verdient. Jetzt heißt die alte Gebrauchs-Graphik »American Commercial Art« und kann »in kleinen Restbeständen« auch in Deutschland erworben werden. Für 50 Mark vertreibt die Berliner Galerie Mikro die im Litho-Verfahren hergestellten »echten Raritäten«.

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