Kunstmarkt
Auf ungewöhnlichem Wege belebt der Kölner Galerist Hans-Jürgen Müller sein Geschäft: Sammlern, die ihrer (modernen) Wertstücke überdrüssig sind, bietet er Gelegenheit, sie -- anonym -- durch eine kostenlose Kleinanzeige an einer »Kunst-Börse« wieder loszuwerden. Starterfolg: Aus dem in Müllers Galeriezeitschrift (Auflage: 2000) publizierten Angebot sind im ersten Halbjahr rund SO Unikate zu Preisen zwischen 1000 und 10 000 Mark nebst etwa 200 Graphikblättern abgesetzt worden; denn der Kunstmakler nimmt nur marktgängige Ware an und drängt auf eher bescheidene Preise. Dafür kann er beschleunigten Umsatz verheißen -- manches Werk wird gleichfalls nach Auslieferung des »Börsen«-Spiegels per Telephon geordert. Müller, der für die Documenta-Zeit in Kassel gastiert, verbucht (bei jeweils zehn Prozent Courtage von Käufer und Verkäufer) die »Kunst-Börse« zunächst noch als Zuschußbetrieb, sieht sieh indessen durch einen erweiterten Kundenkreis auch fürs Galeriegeschäft und durch verfeinerte Marktkenntnis entschädigt: »Wir haben jetzt eine unheimlich gute Kontrolle. was geht und was nicht geht.«