Kunstmarkt - DER SPIEGEL
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Kunstmarkt

• aus DER SPIEGEL 24/1972
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Eine Ausstellung von rund 90 Zeichnungen der drei italienischen Barockmaler Carracci in der Hamburger Kunsthalle empfindet der Kunsthändler und Auktionator Ernst Hauswedell als »Skandal«. Bis zum 25. Juni zeigt das Museum die britische »Sammlung Earl of Ellesmere«, die bedeutendste Privat-Kollektion von Carracci-Zeichnungen überhaupt, und erwirbt sich damit das Verdienst der ersten Carracci-Schau in Deutschland. Freilich: Leibgeber der Hamburger Ausstellung ist das Londoner Auktionshaus Sotheby's, das die Blätter kurz darauf in London versteigern wird. Und auch der Katalog, von der Kunsthalle auf eigene Rechnung vertrieben, ist von Sotheby's gedruckt und verweist, natürlich, auf die Auktion. Damit aber, so erbost sich Hamburgs Hauswedell, habe sich die Kunsthalle, »die schließlich von öffentlichen Geldern und, nicht zuletzt, von unseren Spenden« lebt, als »Propaganda-Station« des welschen Unternehmens entpuppt. Hauswedell: »Taktlos.« Kunsthallen-Kustos Eckhard Schaar, Spezialist für römische Barock-Zeichnung, sieht die Lage anders: »Unverantwortlich wäre es wohl gewesen, diese einmalige Chance auszuschlagen.«

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