JAZZ Langsame Heimkehr
Ihre Eltern hatten Cassandra Wilson verboten, Blues zu hören, obwohl die Familie in Jackson (Mississippi) lebte. Stattdessen legte der Vater, ein Jazzmusiker, die viel kunstvolleren Platten von Miles Davis oder Thelonious Monk auf. Doch nun ist die inzwischen weltberühmte Jazzmusikerin Wilson, 46, doch aus ihrer Wahlheimat New York in das Land ihrer Kindheit zurückgekehrt, um das Blues-Album »Belly of the Sun« aufzunehmen. Sie mietete einen umgebauten Bahnhof, richtete dort ein Studio ein und staffierte es mit Vorhängen und Kerzen aus. Entsprechend stimmungsvoll ist das Resultat. Die Blues-Nummer »You Gotta Move« etwa ist so schön schleppend gesungen, als schlurfe Wilson nach einem langen harten Tag auf dem Feld müde nach Hause. Nur zu Hause in den Südstaaten, sagt Wilson, habe sie zu diesem lässigen Tempo finden können.