Lars Vilks, 77 - DER SPIEGEL
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Gestorben Lars Vilks, 77

• aus DER SPIEGEL 41/2021
Foto:

Staffan Löwstedt / TT / IMAGO

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»Ich interessiere mich für die Grenzen der Kunst«, sagte Lars Vilks einmal, und wohl nur deshalb ist der Schwede zum Mohammed-Karikaturisten geworden. 2007, zwei Jahre nach Veröffentlichung der berüchtigten Seite mit zwölf Zeichnungen im dänischen »Jyllands-Posten«, zeigte der ehemalige Kunstprofessor Mohammed-Grafiken auch in einer Ausstellung in Norwegen – allerdings ohne jede öffentliche Reaktion. Im selben Jahr zeichnete er für die schwedische Ausstellung »Der Hund in der Kunst« Mohammed als Hund. Den kontroversen »Mohundmed« mochte die Ausstellung nicht zeigen, also reichte Vilks ihn zunächst vergebens an eine andere Ausstellung weiter, bis ihn dann eine kleine Tageszeitung zum Thema Meinungsfreiheit abdruckte.

Diesmal fand das Werk Resonanz. Nun wurden in der islamischen Welt schwedische Botschaftsvertreter einbestellt, auf Vilks ein Kopfgeld ausgesetzt, und Muslime demonstrierten. Vilks lebte seitdem mit Personenschutz. Attentate auf ihn blieben erfolglos, kosteten jedoch einen Unbeteiligten das Leben. So skurril formelhaft diese Abläufe wirken können, so skurril auch Vilks entspannte Reaktion: Er beklagte sich nicht, in Interviews zeigte er sich gleichmütig, wenn auch darauf beharrend, dass eine freie Gesellschaft Gewalt und Drohungen nicht mit besonderer Rücksichtnahme belohnen dürfe. Lars Vilks starb am 3. Ok­tober zusammen mit zwei Personenschützern bei einem Verkehrsunfall.

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