Volkskunde Laweede Rundine
Auch Deutschland hat nun sein Bermuda-Dreieck, es liegt zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz: Da »sitzt de Dande in der Dinde« und »de Lehm (Löwen) brilln« - die Heimstatt des Sächsischen. In der richtigen Einschätzung, daß Reisende in diesem Landstrich Hilfe brauchen, hat der Polyglott-Verlag einen »Sprachführer Sächsisch« auf den Markt geworfen, mit Vokabelliste und Anleitung zur Konversation, etwa »iewer de Gesundheet«. Autor ist der Generalsekretär der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Gunter Bergmann, und der darf es sagen: »Keine Sprechergruppe wird so verspottet und verhöhnt wie die Sachsen«; was um so trauriger ist, als das Sächsische im 17. Jahrhundert als »reinlich«, »zierlich« und »schön« galt. Da mit der Erkundung fremder Völker erfahrungsgemäß ein Sprachaustausch einhergeht, steht eine Bereicherung des gesamtdeutschen Wortschatzes ins Haus; etwa »Motschegiebchen« für Marienkäfer und »laweede« für müde. Und wer's dann kann, darf sagen: »Da hab'ch Rundine drinne.«