Kino in Kürze »L'Humanité«.
Unter schweren grauen Himmeln stapft ein Mann durchs Flachland von Flandern auf Spurensuche, nach- dem man ein kleines Mädchen ermordet gefunden hat: ein Kriminalbeamter, wie man im Kino noch keinen gesehen hat, wortkarg, schwerfällig und langsam wie ein barmherziger Heiliger, der alles Elend der Welt auf seinem Buckel schleppt. Es muss ein Schock gewesen sein für die Festivalprominenz letztes Jahr in Cannes, als die Jury mit ihrem Großen Preis den düstersten Eigenbrötler des jungen französischen Kinos, Bruno Dumont, für diesen Film auszeichnete und dazu noch die beiden Laiendarsteller der Hauptrollen als beste Schauspieler. Doch das hat seine Richtigkeit: Der Erdenschwere und archaischen Wucht dieses Bauerndramas ist, wenn man sich darauf einlässt, kaum mehr zu entkommen