Action-Buch "Messerwerfen & Absinth": Mit Kängurus boxen - DER SPIEGEL
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Action-Buch "Messerwerfen & Absinth" Mit Kängurus boxen

Es ist ein schmaler Grat zwischen Gefahr und Quatsch, Irrsinn und Faszination: Der amerikanische Schriftsteller William Gurstelle hat eine Einführung in die Kunst des gefährlichen Lebens verfasst - ein amüsantes Action-Buch für Jungs aller Altersklassen.
"Messerwerfen & Absinth" - für diejenigen, die mehr vom Leben erwarten
"Messerwerfen & Absinth" - für diejenigen, die mehr vom Leben erwarten

"Messerwerfen & Absinth" - für diejenigen, die mehr vom Leben erwarten

Foto: Rogner & Bernhard
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Gefahren, denen man im zivilisierten Teil der Welt ausgesetzt ist, halten sich in Grenzen. Wer sich nicht gerade freiwillig zur Feuerbekämpfung in Russland oder zur Talibanjagd in Afghanistan meldet, muss sich nur vor Fahrradkurieren auf Fußwegen fürchten.

Ein Leben ohne regelmäßigen Nervenkitzel jedoch sei trist, behauptet der amerikanische Ingenieur und Bestsellerautor William Gurstelle. In seinem Buch "Messerwerfen & Absinth" schreibt er zudem, dass der Nervenkitzel eine wichtige Funktion erfülle: "Wer wieder und wieder den Nervenkitzel sucht, wird allmählich eine Reihe wichtiger Eigenschaften erwerben, zum Beispiel Selbstvertrauen, situative Kontrolle und die Fähigkeit, unter außergewöhnlichen Umständen rational zu denken und zu handeln."

Kugelfisch essen und Raketen bauen

Wer auf der Jagd nach dem Kick nach Anleitung sucht, ist mit Gurstelles Buch bestens bedient. Seine "praktische Einführung in die Kunst des gefährlichen Lebens" enthält faszinierende bis abstruse Anleitungen für Erfahrungen der prickelnden Art: mit Kängurus boxen, mit Affen kämpfen, Kugelfisch essen, Absinth trinken, Schwarzpulver herstellen oder Raketen bauen. Kurzum: Ein irrwitziges Action-Buch für Jungs aller Altersklassen.

Neben all den aberwitzigen Vorschlägen bietet der Autor einen intellektuellen Rahmen, präsentiert kleine Kulturgeschichten und wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Menschheit teilt er in drei Gruppen ein: die extrem risikoscheue, die extrem risikofreudige und die größte, die von einem überschaubaren Grad an Risikobereitschaft beseelt ist. An sie richtet sich dieses Buch vor allem. An Leser, "die mehr vom Leben erwarten", wie der Autor sagt - "etwas mehr Hirnstimulanz".

An Freunde von Extremsportarten wie Gleitschirmfliegen oder Basejumpen richtet sich das Buch ausdrücklich nicht. Sie setzen meist aufwendiges Training und angemessene Ausrüstung voraus, so dass alles Spielerische zu kurz kommt. Genau darum, um den schmalen Grad zwischen Irrsinn und Faszination, zwischen Gefahr und Quatsch, geht es Gurstelle.

Den meisten jedoch wird es wohl Abenteuer genug sein, dieses Buch zu lesen.