Bücher-"Oscar" Aus eins mach zwei
Frankfurt am Main - Die Konsens-Lösung teilte Börsenvereinssprecher Eugen Emmerling am Mittwoch in Frankfurt mit. Der in der vergangenen Woche angekündigte "Deutsche-Bücher-Preis" soll 2002 in Leipzig verliehen werden. Parallel wird ein "Internationaler Buchpreis München" vorbereitet. Um die Vergabe des Bücher-"Oscars" hatten Befürworter der beiden Städte heftig gestritten. Die Dotierung der Preise ist noch offen.
Den Angaben nach beschloss die Abgeordnetenversammlung des Börsenvereins diese Lösung am Mittwoch nach einem Vorschlag von Börsenvereins-Vorsteher Roland Ulmer "mit überwältigender Mehrheit". Es sei kein Kompromiss, sondern eine "tolle Lösung" bei der "Neupositionierung des Buches auch im Unterhaltungssektor".
Beide Verleihungen sollen im jeweiligen Dritten Fernsehprogramm übertragen werden. Sowohl der Bayerische Rundfunk als auch der Mitteldeutsche Rundfunk hätten die Produktion der Preisverleihungen zugesichert. In beiden Städten sollen "völlig neue Formen einer mediengerechten Literaturvermittlung gefunden werden". Erfolg schließe Qualität nicht aus, betonte Ulmer. "Deshalb wollen wir mit den beiden angesehenen Sendern fernsehgerechte, unterhaltsame und populäre Formen der Präsentation von Büchern und Autoren finden".
Der "Deutsche-Bücher-Preis" soll jeweils im März während der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus oder in der Leipziger Oper verliehen werden. Der "Internationale Buchpreis München" wird jeweils ein halbes Jahr später im Cuvilliés-Theater vergeben. In Leipzig werden vor allem deutschsprachige Werke prämiert, in München Übersetzungen.
Die Auszeichnung bietet nach Ansicht des Börsenvereinssprechers erstmals die Chance, Bücher mit einer neuen populären Form ins Bewusstsein der Leute zu tragen. Der Preis soll in sieben Sparten an populäre und dennoch anspruchsvolle Werke vergeben werden. Preiskriterien seien Qualität und Erfolg beim Publikum.