Chronik: Kempowskis wichtigste Werke - DER SPIEGEL
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Chronik Kempowskis wichtigste Werke

Ein Schriftstellerleben für die deutsche Vergangenheit: Walter Kempowski dokumentierte, erzählte, wollte aber nie belehren. Ein kurzer Überblick über seine wichtigsten Werke.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Archiv" wolle er werden, soll der Walter Kempowski als Kind auf die Frage nach seinem Berufswunsch geantwortet haben. Archivar wurde er nicht - sondern eine Art Chronist der deutschen Geschichte. Seine wichtigsten Werke in chronologischer Reihenfolge:

"Im Block" (1969)

Kempowskis Debüt ist ein nüchterner Haftbericht. Für die deutsche Literaturszene damals nur ein Achtungserfolg, für ihn selbst autobiografisches Zeugnis von acht Jahren Haft im berühmt-berüchtigten DDR-Gefängnis Bautzen.

"Tadellöser und Wolf" (1971)

Auftakt zur insgesamt neunbändigen "Deutschen Chronik" und Kempowskis Durchbruch als Schriftsteller. Ein Potpourri aus Erinnerungen rund um die Jugend des Autors im Dritten Reich. Die gesamte Chronik umfasst sechs Romane und drei Umfrage-Bände.

"Herzlich willkommen" (1984)

Im Abschlussband der "Deutschen Chronik" knüpft Kempowski noch einmal an seine eigene Haftzeit an und folgt seinem Alter Ego "Walter" beim Versuch, nach der Entlassung aus dem Gefängnis in Westdeutschland ein neues Leben zu beginnen.

"Hundstage" (1988)

Das Leben eines Schriftstellers kann zuweilen frustrierend sein: Der Protagonist, ein Autor namens Alexander Sowtschik, hofft auf Ruhe zum Schreiben, stattdessen wird er in der Sommerfrische nicht nur ständig gestört, sondern sieht sich obendrein plötzlich des Mordes verdächtigt.

"Das Echolot" (1993-2005)

Kempowskis Lebenswerk als "Volksschriftsteller" ("taz"). Der Autor selbst nannte die beispiellose Sammlung von Aufzeichnungen, Briefen und Tagebucheinträgen zahlloser Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges eine "Dokumentation der Gleichzeitigkeit".

"Heile Welt" (1998)

Nicht alles ist wie es scheint und schon gar nicht in der vermeintlich heilen Welt des jungen Lehrers Matthias Jänicke. Das Bild einer Idylle, die mit Falltüren gepflastert ist.

"Alles umsonst" (2006)

Kempowskis letzter großer Beitrag zur deutschen Vergangenheitsbewältigung. Ein Buch über den letzten Kriegswinter 1945 und die Flucht der Deutschen vor dem Vormarsch der Roten Armee in Ostpreußen.

acl/dpa/AFP