Comic: Peter Puck - "Wenn Männer putzen" - DER SPIEGEL
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Comic Peter Puck - "Wenn Männer putzen"

Szenen aus der Männer-WG: Peter Puck gehört zu den Extremzeichnern der Republik, oder besser: zu den Extremtextern. Seine sarkatischen Strips über den Ex-Punk Rudi und seine berufsjugendlichen Kumpels platzen vor lauter Schriftkaskaden schier auseinander.
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Peter Puck: "Wenn Männer putzen", 5 Bilder


Es gibt Auszeichnungen, von denen man noch nie etwas gehört hat. Zum Beispiel die "Goldene Lupe", die Peter Puck für seinen Comic "Rudi" erhalten hat - eine Auszeichnung des Verbands deutscher Augenoptiker. Die Begründung: "Rudi" sei dank seines vielen und klein geschriebenen Textes ohne Lesehilfe kaum zu entziffern. So steht es nachzulesen in Pucks Vita und in vielen Porträts und Rezensionen.

Es gibt natürlich weder einen Verband deutscher Augenoptiker noch eine "Goldene Lupe". Alles ausgedacht. Aber es gibt "Rudi". Und der hätte diesen Preis durchaus verdient. Nicht nur, weil man für die Schrift manchmal tatsächlich eine Lupe benötigt. Seit 1985 erscheint Pucks Comicserie im Stuttgarter Stadtmagazin "Lift", alle paar Jahre werden die kurzen Episoden auch zu einem Album zusammengefasst, Band sieben ist soeben erschienen.

Puck erzählt sarkastische Alltagsepisoden um den depressiven Ex-Punk Rudi und seinen Freundeskreis. Da gibt es den gedankenlosen Slacker Fred ebenso wie Siffer-Heinz mit der Zahnlücke, der genau so ist, wie er heißt. Alle sind in ihren späten Zwanzigern hängen geblieben und versuchen sich mehr oder weniger erfolgreich mit dem Erwachsensein zu arrangieren. Meist eher weniger.

Puck, 1960 in der württembergischen Provinz geboren, inszeniert diese Männergeschichten in einem klassischen, aber ungeheuer detailreichen Strich, den man angesichts der riesigen, prall gefüllten Sprechblasen oft fast übersieht. Der Zwang, exakt eine Seite pro Episode abliefern zu müssen, hat Puck zum Perfektionisten in Sachen Timing, Gestik und Mimik werden lassen. Seine Comics steuern nicht nur auf die finale Pointe hin, sondern stellen grafische Konvolute dar, dichtgepackt und mit hochkonzentriertem Humor gefüllt. So extrem wie Puck arbeitet sonst niemand in Deutschland mit dem Medium Comic. Dafür gab es im Jahre 2002 zu Recht den Comic-Preis "Max & Moritz" für den besten deutschsprachigen Künstler. Der ist zwar nicht so charmant wie die "Goldene Lupe", aber dafür absolut echt.

Der vorliegende Comic ist ein Auszug aus Peter Pucks neuem Album "Immer Ärger mit Rudi".

Stefan Pannor

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