Comicpreis Sondermann Kreative Explosionen im Internet
Die sechs Sondermann-Trophäen: Auch Zeichner von Internet-Comics räumten sie ab
Foto: Arne Dedert/ dpaHamburg/ Frankfurt/Main - Ein Klassiker in neuem Gewand: Für ihre Manga-Version von Gudrun Pausewangs Anti-Atom-Schocker "Die Wolke" ist Anike Hage auf der Buchmesse ausgezeichnet worden. Sie erhielt am Samstag in Frankfurt einen von sechs Sondermann-Preisen. Über vier Kategorien entscheidet das Publikum in einer Online-Abstimmung, zwei mit jeweils 1000 Euro dotierte Preise werden von einer Jury vergeben.
"Wenn Sie mich fragen, wo derzeit der deutsche Comic stattfindet, müsste ich sagen: im Internet", sagte Laudator und SPIEGEL-ONLINE-Mitarbeiter Stefan Pannor und berichtete von einer "kreativen Explosion" auf "verblüffend hohem Niveau" im Netz.
Eine Repräsentantin solcher Online-Comics wählte die Jury zum "Newcomer 2011": Asja Wiegand. Seit 2008 erzählt sie in ihrem täglichen Comic-Tagebuch "Gestern noch" "Geschichten voll emotionaler Tiefe und Kraft, die - oft losgelöst von konventionellen Erzählweisen - den Leser in ihren Bann schlagen". Der "Bernd Pfarr-Sondermann für Komische Kunst 2011" ging an den Zeichner Eugen Egner "für seine herrlichen, zum Grotesken neigenden Bilder und Texte".
Drei der vier Publikumspreise gingen an den Carlsen-Verlag: für "Haarmann" von Isabel Kreitz und Peer Meter (bester deutscher Comic), "Das Leben von Anne Frank" von Ernie Colon und Sid Jacobson (bester internationaler Comic) und "Fairy Tail 4" von Hiro Mashima (bester internationaler Manga). Den erst im vergangenen Jahr neu geschaffenen Web-Sondermann für Internet-Comics gewann David Füleki mit "Entoman".