Frankfurter Buchmesse: Internationale Intellektuelle für die Zukunft - DER SPIEGEL
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Frankfurter Buchmesse Internationale Intellektuelle für die Zukunft

Die Frankfurter Buchmesse will allmählich Abstand von der Präsentation eines einzigen Gastlandes nehmen. Stattdessen soll ein Zukunftskongress für Internationalität und intellektuellen Diskurs sorgen. Geplant ist außerdem eine Lizenz- und Rechtebörse in New York.
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Frankfurt am Main - Mit dem geplanten Zukunftskongress wollen sich die Frankfurter allmählich von den reinen Gastland-Präsentationen auf der Messe verabschieden. Von 2002 an sollen dort international bekannte Intellektuelle die großen Zukunftsfragen der Menschheit diskutieren. Damit solle die Buchmesse einen neuen intellektuellen Anspruch in der Tradition des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und der Frankfurter Schule erhalten. Außerdem organisiert die Messe eine Rechte- und Linzenzbörse in New York, die erstmals am 29. und 30. April 2002, kurz vor der New Yorker Buchmesse, stattfinden soll.

"Es ist an der Zeit, dass von dieser Stadt neue denkerische Impulse für eine festgefahrene Diskussion über unsere gemeinsame Zukunft als Menschen ausgehen", sagte Buchmessen-Direktor Lorenzo Rudolf über den Zukunftskongress. Themen unter dem Titel "Frankfurt Futura Mundi" ("Zukunft der Welt") sollen "die durch die großen globalen Verwerfungen entstandenen Konflikte der Welt" sein.

Als Beispiele nannte Rudolf die Herausforderungen der kulturellen Identitäten im Zuge der Globalisierung, die Gefährdung der Idee der Gleichheit im Zeitalter der Biotechnologie und die Spaltung der Welt durch den digitalen Graben, der reiche und arme Länder zunehmend trenne. Diese Themen sollen sich durch die gesamte Messe ziehen. Rudolf hatte schon vor längerer Zeit Veränderungen bei den Schwerpunkten der Messe angekündigt. Die Präsentation jeweils eines Gastlandes verliere allmählich ihren Reiz. In diesem Jahr bildet vom 10. bis 15. Oktober Griechenland den Schwerpunkt. 2002 ist es Litauen und 2003 Russland.

Die Buchmesse und der Kongress-Mitveranstalter, der Frankfurter Finanz- und Kommunikationsdienstleister Maleki Group, erhoffen sich über den Kreis von Verlagen und Buchhandel hinaus weltweites Interesse an den Diskussionen. Teilnehmen sollen "intellektuelle Vertreter aus Literatur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik". Namen von Teilnehmern am ersten Kongress im Oktober 2002 wurden noch nicht genannt.

Mit der Rechtebörse "Frankfurt in New York" will die Buchmesse zudem ihre Erfahrung als Umschlagplatz von Buchrechten und -lizenzen nach Manhattan ausweiten. Dort könnten Verleger und Agenten aus aller Welt künftig vor der jährlichen New Yorker Buchmesse im Mai in einer intimeren, effizienteren Atmosphäre ihre Geschäfte abwickeln, hieß es am Dienstag.

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center habe man überlegt, dieses Projekt zu stoppen. Doch dann habe man sich dagegen entschieden, um der bedeutenden Verlagsstadt New York die nun nötige Unterstützung zu geben. Die Frankfurter Buchmesse arbeitet dabei mit dem US-Newsletter Publishers Lunch und der New Yorker Idea Logical Company zusammen, einer auf Verlagsgeschäfte spezialisierten Beraterfirma.