Friedenspreis des Buchhandels: "Ein Zeichen der Hoffnung" - DER SPIEGEL
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Friedenspreis des Buchhandels "Ein Zeichen der Hoffnung"

Als erste Afrikanerin erhält die algerische Schriftstellerin und Historikerin Assia Djebar den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
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Frankfurt/Main/Leipzig - Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gab seine Entscheidung am Freitag bei den Buchhändlertagen in Leipzig bekannt. Djebar habe "mit ihrem Werk ein Zeichen der Hoffnung für die demokratische Erneuerung Algeriens, für den inneren Frieden in ihrer Heimat und für die Verständigung zwischen den Kulturen gesetzt", so die Preisjury.

Die 63-jährige Autorin lebt in Paris. Den mit 25 000 Mark dotierten Preis wird sie am 22. Oktober in der Frankfurter Paulskirche im Rahmen der Buchmesse entgegennehmen. Die Auszeichnung ist eine der bedeutendsten in Deutschland. Nur ein Mal wurde der Friedenspreis bisher einem afrikanischen Autor verliehen. 1968 war der senegalesische Politiker und Dichter Leopold Sedar Senghor mit dem Preis geehrt worden. Im Vorjahr erhielt Fritz Stern, ein amerikanischer Historiker deutscher Abstammung, die Auszeichnung.

Die Schriftstellerin, die sich derzeit in Italien aufhält, reagierte auf die Nachricht nach den Worten von Börsenvereins-Vorsteher Roland Ulmer mit den Worten: "Es ist beglückend nicht nur für mich, sondern auch für mein Volk." Ulmer, der auch der Jury angehörte, sagte zur einstimmigen Entscheidung des Stiftungsrats, er sei "glücklich" über die Wahl Djebars, weil damit besonders gut zum Ausdruck komme, wofür der Friedenspreis stehe, nämlich für ein literarisches Werk, das auch mit friedenspolitischen Aussagen eng verknüpft sei. In der Jury-Begründung heißt es: "Den vielfältigen Wurzeln ihrer Kultur verpflichtet, hat Assia Djebar einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Selbstbewusstsein der Frauen in der arabischen Welt geleistet."

Die Schriftstellerin bereitet derzeit in Italien eine für Anfang 2001 in Rom geplante Operninszenierung vor. Ihr Verleger Lucien Leitess vom Züricher Unionsverlags sagte: "Es handelt sich um eine weise Entscheidung der Jury." Djebar sei "zweifelsohne eine große Autorin der internationalen Literatur" und wage Fragen zu stellen, die die "Zukunft der Zivilisation betreffen und die ganze Welt bewegen". Die Autorin sei "heute noch nicht so bekannt, wie sie es aufgrund ihres großen Talents eigentlich sein sollte", meinte der Verleger. Zum deutschen Sprachraum habe sie ein sehr enges Verhältnis, was zahlreiche Lesungen vor deutschem Publikum belegten. Im Unionsverlag erscheinen ihre Werke seit 15 Jahren.

Djebar, die eigentlich Fatima-Zohra Imalayène heißt, wurde 1936 in der Küstenstadt Cherchell bei Algier geboren und studierte als erste Algerierin Geschichte an der Ecole Normale Supérieure von Sèvres bei Paris. Dort beteiligte sie sich auch an Streiks algerischer Studenten zum Unabhängigkeitskampf in der Heimat und wurde daraufhin von der Hochschule ausgeschlossen. Während der Studentenunruhen entstand auch ihr Debütroman "La Soif" (1957, in deutscher Übersetzung "Die Zweifelnde", 1993). 1958 heiratete sie ein Mitglied der Widerstandsbewegung und ging mit ihm nach Tunis ins Exil.

Djebar arbeitete als Journalistin und engagierte sich als Universitätsassistentin im marokkanischen Rabat in algerischen Initiativen. 1965 kehrte sie nach Paris zurück. Von 1974 an unterrichtete sie Geschichte an der Universität von Algier, drehte Filme, lehrte in Cambridge (1996/97) und ist seit 1997 Professorin am Zentrum für französische und frankophone Studien der Louisiana State University. Seit 1999 ist sie Mitglied der belgischen Akademie für französische Sprache und Literatur und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis des Ökumenischen Zentrums in Frankfurt (1989) und den internationalen Neustadt-Literaturpreis (1996).

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