Lesung gestört: Proteste gegen Walser - DER SPIEGEL
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Lesung gestört Proteste gegen Walser

Der Schriftsteller Martin Walser ist bei einer Lesung mit linken Demonstranten aneinander geraten. Die jungen Leute warfen dem Autor Antisemitismus vor.
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Erfurt - Bei der Veranstaltung am Donnerstagabend in der Michaeliskirche hatten mehrere junge Leute das Mikrofon an sich gebracht, um Walsers Vortrag zu verhindern. Der 74-jährige Schriftsteller versuchte daraufhin, die Störer vom Podium zu vertreiben. Daraufhin griff die Polizei ein und führte die Demonstranten von der Bühne. Fünf von ihnen wurden vorübergehend festgenommen.

Die jungen Leute bezichtigten Walser des Antisemitismus. Der Schriftsteller war 1998 wegen seiner umstrittenen Rede bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in die Kritik geraten. Er hatte damals die "ständige Thematisierung des Holocaust" als "Moralkeule" bezeichnet. Einen Zwischenfall wie in Erfurt habe er noch nicht erlebt, sagte Walser. "Sonst würde ich ja nicht mehr lesen."