Ludwig Winders "Der Thronfolger" Zwischen "Radetzkymarsch" und "Leopard"
Weit mehr als ein Abgesang auf das Habsburger Reich: Ludwig Winders "Der Thronfolger" bietet einen faszinierenden Einblick in die anachronistische Parallelwelt von Europas Herrscherkaste vor 1914.
Ermordung Franz Ferdinands 1914: Attentat in Sarajevo
Foto: Getty Images
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Von der österreichischen Kritik bereits auf eine Stufe mit Joseph Roths "Radetzkymarsch" gestellt, ist dieser wiederentdeckte Roman von 1937 weit mehr als ein Abgesang auf das Habsburgerreich.
Indem Ludwig Winder mit der Neugier eines Reporters, der die Story seines Lebens gefunden hat, das erstickend beengte Leben des ungeliebten Attentatsopfers von Sarajewo erzählt, gelingt ihm ein faszinierender Einblick in die anachronistische Parallelwelt von Europas Herrscherkaste, ein Gegenstück zu Tomasi di Lampedusas glanzvollem "Leopard", facettenreich, mitreißend, klug. hjw
Ludwig Winder:
Der Thronfolger
Paul Zsolnay Verlag; 576 Seiten; 26 Euro.