Neuvorstellung: Löfflers "Literaturen" - DER SPIEGEL
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Neuvorstellung Löfflers "Literaturen"

"Das Buch ist nicht tot!" Mit dieser Feststellung präsentierte die Kritikerin Sigrid Löffler in Berlin die neue Monatszeitschrift "Literaturen".
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Berlin - Löffler gehörte zuvor dem "Literarischen Quartett" im ZDF an und leitete das Feuilleton der Wochenzeitung "Die Zeit". Ihre neue Zeitschrift trägt den Untertitel "Das Journal für Bücher und Themen". Das Oktoberheft von "Literaturen" erscheint in einer Auflage von 80 000 Exemplaren im Friedrich Berlin Verlag, in dem auch "Theater heute" herauskommt, und kostet zwölf Mark.

Auf 150 Seiten bietet es Buchkritiken, aber auch Autorenporträts, literarische Reportagen, Essays und Kolumnen sowie neue Texte und Gedichte des Büchner-Preisträgers Durs Grünbein. Ein Schwerpunktthema des ersten Heftes ist "Die Erfindung des Ostens" - die Frage, wie der Westen den Osten wahrnimmt.

Dazu gibt es auch ein Gespräch mit der diesjährigen Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, der algerischen Schriftstellerin Assia Djebar. Sie kündigt darin an, Opernlibretti über den Islam zu schreiben. Darunter sei ein Stoff über Fatima, die Tochter des Propheten Mohammed. Viele hätten sie daraufhin gefragt, ob sie verrückt sei, und hätten sie gewarnt, die Tochter des Propheten auf der Bühne darzustellen.

Ein anderes Schwerpunktthema des ersten Heftes von "Literaturen" ist Polen, das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse im Oktober. Löffler selbst porträtiert den aus Sri Lanka stammenden und heute in Kanada lebenden Autor Michael Ondaatje.

Die Zeitschrift will auf "intelligent-unterhaltsame Weise" eine Orientierung auf dem immer unüberschaubarer werdenden Buchmarkt geben sowie Trends nachgehen, ohne sich vom Aktualitätsgebot des Literaturbetriebes abhängig zu machen. Laut Löffler hat es diese Art von komplexer Literaturzeitschrift noch nicht gegeben. Sie habe sich die Aufgabe gestellt, "das Schwierige leicht darzubieten und das Leichte ernst zu nehmen", sagte Löffler.