Krimi-Autorin P.D. James ist tot
Krimi-Königin aus England: P.D. James (1920 - 2014)
Foto: Jim Cooper / APLondon/Hamburg - Sie brachte moderne Charaktere in den klassischen britischen Detektivroman und war bekannt für ihren eleganten Erzählstil: Jetzt ist die Schriftstellerin P.D. James gestorben. Wie ihr Verlag mitteilte, starb James friedlich im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in Oxford. Sie wurde vor allem mit ihren Krimis rund um den dichtenden Scotland-Yard-Polizisten Adam Dalgliesh berühmt.
P. D. James arbeitete auch in der Abteilung für Kriminalitätsbekämpfung des britischen Innenministeriums und hatte seit 1991 für die Konservativen einen Sitz im Oberhaus inne. Im Sommer hatte sie sich noch öffentlich gegen die Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen.
Als Krimi-Autorin legte sie Wert auf die Charakterzeichnungen ihrer Helden. Sie vermied Stereotype und berührte in ihren Storys die Probleme ihrer Zeit - wie Drogen und Kindesmissbrauch. Das größte Rätsel von allen sei das menschliche Herz, sagte Phyllis Dorothy James einmal in einem Interview, "ich bin immer besonders daran interessiert zu zeigen, warum Menschen die Menschen die sind, die sie sind".
Geboren wurde James 1920 in Oxford. Ihr Vater war Steuereintreiber. Viel Geld hatte ihre Familie nicht; James konnte nicht aufs College, was sie zeitlebens bedauerte. Ihr erster Roman "Ein Spiel zuviel" erschien 1962. International bekannt wurde James 1980 mit ihrem achten Roman "Ihres Vaters Haus".
Für ihr Werk wurde P.D. James vielfach ausgezeichnet. Die größte Ehre war vielleicht, dass man in ihr die Erbin der großen englischen Krimi-Tradition sah und sie in eine Reihe mit Sir Arthur Conan Doyle und Agatha Christie stellte. Ihre hartnäckigsten Bewunderer gingen in ihrem Urteil noch über derlei Zuschreibungen hinaus. Sie fanden die Bücher von P.D. James in einer Hinsicht noch besser als die Vorbilder - weil sie viel realistischer sind.