Preisstreit: Libri muss an Libro liefern - DER SPIEGEL
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Preisstreit Libri muss an Libro liefern

Das Frankfurter Landgericht hat die einstweilige Verfügung bestätigt, nach der der Hamburger Buchgrossist Georg Lingenbrinck GmbH (Libri) die österreichische Handelskette Libro mit Büchern beliefern muss. Gleichzeitig fordert Libri von Libro 200.000 Mark Strafe wegen Nichterfüllung des "Internet-Vertrags".
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Frankfurt am Main - Für die fristlose Kündigung des im April 1998 geschlossenen Vertrages fehle es Libri an ausreichenden Gründen, hat die elfte Kammer für Handelssachen am Landgericht Frankfurt am Freitag beschlossen. Gegen die Entscheidung ist Berufung möglich. Libro hatte über seine Tochter lion.cc im Internet Bücher unter dem festgelegten Ladenpreis verkauft. Daraufhin stellten etliche deutsche Verlage und Grossisten, darunter Libri, zum Juli die Belieferung von Libro ein.

Das hatte etliche gerichtliche Verfahren zur Folge. In der vergangenen Woche hatte Libro nach Gesprächen mit der Bertelsmann- Verlagsgruppe angekündigt, wieder zur Preisbindung zurückzukehren. Die EU-Kommission ermittelt inzwischen gegen die Verlage und Großhändler wegen des Verdachts von Kartellabsprachen und hat umfassende Durchsuchungen auch beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranlasst. Wie dessen Sprecher Eugen Emmerling am Freitag sagte, wurden zahlreiche Kopien von Akten gemacht und mitgenommen. Die EU-Kommission habe angekündigt, dass sie im Herbst (September/Oktober) einen abschließenden Bericht vorlegen will. Bis dahin will sich der Verein nicht äußern, um nicht in das laufende Verfahren einzugreifen.

Der von Libri zum Jahresende ohnehin gekündigte Vertrag umfasst nach Feststellung des Frankfurter Gerichts nur die Lieferung von Büchern, die über das Internet vertrieben werden. Die Anwälte des Grossisten hatten bereits während der Sitzung klar gestellt, dass sie für die Belieferung der stationären Libro-Buchläden keine vertragliche Grundlage zwischen den beiden Unternehmen sähen. Libro- Sprecherin Claudia Conrad sagte hingegen, dass vor dem Streit etliche Teile des Libro-Konzerns intensive Geschäftsbeziehungen zu Libri unterhalten hätten.

Nach Darstellung der Libri-Anwälte hat das österreichische Unternehmen kein einziges Buch auf der Grundlage des "Internet- Vertrages" bestellt, den Vertrag also nie mit Leben erfüllt. Die über das Internet vertriebenen Bücher habe sich das Unternehmen über andere Lieferanten besorgt. Auf der anderen Seite habe Libri die Daten seines Sortiments zur Verfügung gestellt, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Für das vergangene Jahr verlangen die Hamburger daher eine Vertragsstrafe von 200.000 Mark von Libro.