Standort Frankfurt, bleib am Main!
Während die meisten US-Verleger nach wie vor mit der Aufarbeitung von 9/11 beschäftigt sind ein schlichtes Kürzel für die Katastrophe vom 11. September, das in den US-Printmedien mittlerweile weitläufig verbeitet ist und zum Teil noch gar nicht entschieden haben, ob sie beim großen Branchentreffen am Main überhaupt dabei sein werden, künden die ersten Stellungnahmen von wenig Begeisterung.
Am weitesten aus dem Fenster gelehnt hat sich Pat Schroeder, die Präsidentin der Association of American Publishers (AAP), die von einem PR-Alptraum spricht. Damit bezieht sich die engagierte Ex-Kongressabgeordnete auf das zeitliche Aufeinandertreffen mit der US-Buchmesse BookExpo America (BEA), die (mit dem Verlegerverband als Ko-Sponsor) nur wenige Tage später vom 2. bis 5. Mai ebenfalls in New York stattfindet allerdings nicht unbedingt mit einem Platz in der ersten Reihe für das Lizenzgeschäft. Gegenüber der Fachzeitschrift Publishers Weekly holte Schroeder erbost zur verbalen Ohrfeige für Frankfurt aus: Ich habe für diesen Vorstoß kein Verständnis. Meines Wissens hat sie niemand eingeladen und niemand braucht sie. Wir haben unsere eigene Buchmesse zur gleichen Zeit und ich kann mir nicht denken, dass jemand Zeit für Leute hat, die versuchen, diese Veranstaltung zu unterminieren. Auch BEA-Chef Greg Topilan spricht zurückhaltend von einer unpraktischen Idee. Ähnlich wird der Vorstoß in Großbritannien kommentiert, wo sich die London Book Fair in den letzten Jahren als wichtiger internationaler Frühjahrstreff für Verleger und Literaturagenten etabliert hat.
In Frankfurt selbst ist man gelassen und will während der Messe das Gespräch mit der AAP und den anderen Messeveranstaltern suchen. Messe-Sprecher Dr. Rüdiger Wischenbarth stellt klar: Wir planen keine Konkurrenzveranstaltung, sondern wollen eine Lücke schließen. Der Termin wurde ganz bewusst gewählt, weil sich erfahrungsgemäß die meisten Agenten und Verleger unmittelbar vor der BEA ohnehin in New York aufhalten.