Stephen King Abrechnung mit dem Monster-Auto
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So ein gepflegter Schauder ist etwas Feines, und entsprechenden Wonnegraus garantiert Stephen King mit schöner Regelmäßigkeit. Die Weltpremiere seines neuen Romans "Der Buick" fand vergangene Woche in Deutschland statt, bevor das Buch voraussichtlich im Herbst in den USA bei Kings Stammverlag Simon & Schuster erscheinen wird. Dort hatte man den Starttermin verschoben, da King zunächst eine neue Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlichen wollte.Einmal mehr schildert Stephen King den Einbruch des Grauens ins Alltägliche, er ereignet sich diesmal in einer Polizeikaserne in Pennsylvania. Ned, ein Teenager, verdient sich dort ein wenig Taschengeld während der Ferien, gleichzeitig sucht er bei den Männern Trost: Sein Vater, einer der Polizisten, hat gerade im Dienst sein Leben gelassen er wurde von einem betrunkenen Autofahrer überfahren. Ned entdeckt eines Tages einen alten Buick in Schuppen B. Er fühlt sich von dem Auto angezogen, ihm ist, als rufe es ihn. In einer langen Nacht erfährt er von den Polizisten die unheilvolle Geschichte des Wagens. Wie sie ihn beschlagnahmten, wie er in so genannten aktiven Phasen Tiere und Menschen verschwinden lässt, aber auch Ekel erregende Monster gebiert, wie er Feuerwerke und Temperaturstürze verursacht. Die Männer beschreiben auch die Faszination, die Neds Vater für das Auto empfand. Schließlich packt Ned die fixe Idee, der Buick sei schuld am Tod seines Vaters, und er beschließt, mit dem Monster-Auto abzurechnen. Unter den Fans solcher First-Class-Horrorgeschichten befinden sich Intellektuelle und Schriftsteller wie Jan Philipp Reemtsma und Stewart O'Nan, und tatsächlich ist in diesem Genre kaum einer besser als King: Keiner kann das Grauen so phantasievoll ausmalen, keiner blickt tiefer in die Seele eines Teenagers, keiner zeigt Ängste und Abgründe anschaulicher. Über den Ausgang nur so viel: "Mit dem Unendlichen ist nicht zu spaßen", heißt es bei King einmal.
Stephen King: "Der Buick". Aus dem Amerikanischen von Jochen Schwarzer. Ullstein Verlag, München; 496 Seiten; 22 Euro.