Taschenbuch-Bestseller: Leseproben in Friseursalons - DER SPIEGEL
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Taschenbuch-Bestseller Leseproben in Friseursalons

Neuer Name nach der Babypause: Unter dem Pseudonym Lucinda Riley hat eine gebürtige Irin eine romantische Familiensaga ins Diktiergerät gesprochen. Dank heftiger Umwerbung der Zielgruppe ist "Das Orchideenhaus" nun auf Platz drei in die SPIEGEL-ONLINE-Bestsellerliste eingestiegen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Warum wird das Buch einer in Deutschland bislang unbekannten Autorin in dem an Neuerscheinungen reichen Romantik-Genre zum Bestseller? Beim Goldmann Verlag hat man auf diese Frage folgende Antwort: "'Das Orchideenhaus' hat alles, was ein Frauenschmöker braucht: Ein englisches Herrenhaus mit bewegter Geschichte, lange gehütete Familiengeheimnisse und vor allem eine bewegende Liebesgeschichte", sagt Verlagsleiterin Andrea Best.

Goldmann hat das Buch in einer Startauflage von hunderttausend Exemplaren in den Handel gebracht und im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt: Die weibliche Zielgruppe wurde mit Leseproben versorgt, als Beigabe in der Frauenzeitschrift "Donna" - einem Magazin "für die Frau ab 45" -, sowie verteilt in über 3500 Friseursalons. Auf dem Umschlag des Buches lautet die Empfehlung des Verlags: "Für alle Leser von Kate Morton." Deren historische Romane sind internationale Bestseller.

Für die in Irland geborene Lucinda Riley ist "Das Orchideenhaus" nicht etwa ihr literarisches Debüt: In Großbritannien wurde sie als Schauspielerin und Schriftstellerin unter dem Namen Lucinda Edmonds bekannt, acht Bücher hat sie seit Anfang der neunziger Jahre geschrieben, die in vierzehn Sprachen übersetzt wurden.

Nachdem sie sich eine Auszeit für ihre Kinder genommen hatte, widmet sie sich seit "Hothouse Flower" (so der Originaltitel von "Das Orchideenhaus") wieder ganz dem Schreiben. Die Idee für den Roman sei ihr während einer Thailand-Reise gekommen. Den Rückflug in ihre Heimat Norfolk nutzte sie für einen ersten Entwurf. Da sie am RSI-Syndrom leidet (eine durch wiederkehrende Belastung hervorgerufene Erkrankung, die durch die Verwendung der Computermaus ausgelöst werden kann), spricht sie den Romantext aufs Diktiergerät.

Rileys nächstes Werk, "The Girl On The Cliff", erscheint im Herbst in Großbritannien bei Penguin. Goldmann hat den Titel bereits eingekauft (erscheint 2012). Und einen weiteren Frauenschmöker hat sie auch schon in Arbeit.

Till Spielmann, buchreport

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