Terror-Literatur Bin Laden als Romanfigur
Fodens Buch handelt von den Ereignissen rund um die Bombenattentate auf US-Botschaften in Tansania und Kenia im Jahr 1998. Die USA machten damals Bin Ladens Terrororganisation al-Qaida für die Anschläge verantwortlich, bei denen 231 Menschen starben. Die vier al-Qaida-Mitglieder, die die Bombenattentate begangen haben sollen, wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Foden, der als Journalist für die englische Zeitung "The Guardian" arbeitet, hat in seinen Romanen bereits mehrfach historische Ereignisse behandelt. Für "The Last King Of Scotland" gewann er 1998 den Withbread Literaturpreis. Das Buch handelt vom ugandischen Diktator Idi Amin. Foden wurde 1967 in England geboren und ist in verschiedenen afrikanischen Staaten aufgewachsen.
Für seinen neuen Roman hat sich der Autor nach eigenen Angaben aus Quellen bedient, die der westlichen Welt bisher nicht bekannt waren. Foden machte gegenüber der britischen Presse deutlich, dass der Terror-Chef aber nicht die Hauptrolle in seinem Buch spiele. "Ich habe eine Geschichte zu erzählen, die mit Bin Laden zu tun hat, doch er ist nicht der zentrale Punkt", so der 35-Jährige.
"Zanzibar" war bereits in Arbeit, als die Ereignisse vom 11. September die Welt veränderten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Foden bereits sechs oder sieben Entwürfe seines Romans verfasst. "Die Anschläge haben mich sehr nachdenklich gemacht und mein Buch sehr beeinflusst," berichtete Foden. "Ich habe das durchgestanden und versucht, daraus den bestmöglichen Roman zu machen."
In den USA, wo Fodens frühere Werke erfolgreich veröffentlicht wurden, wird "Zanzibar" auf Grund der behandelten Thematik laut BBC mit Skepsis erwartet. Doch der Autor ist zuversichtlich: "Man veröffentlicht ein Buch und dann wartet man ab, was passiert." In Großbritannien erscheint der Roman am 2. September im Verlag Faber and Faber. Für Deutschland gibt es noch keinen Termin.