Thomas Mann: Unveröffentlichte Briefe entdeckt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Thomas Mann Unveröffentlichte Briefe entdeckt

In Lübeck sind sieben bisher unveröffentlichte Briefe des Schriftstellers Thomas Mann entdeckt und dem Buddenbrookhaus übergeben worden. Die Schriftstücke enthalten Entwürfe für die berühmte Mann-Rede von 1931.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lübeck - Die sieben Briefe werden nun in das Thomas-Mann-Archiv des Lübecker Buddenbrookhauses eingeordnet. Es handele sich um einen Schriftwechsel zwischen dem Autor und dem Direktor seiner ehemaligen Schule, dem Katharineum zu Lübeck, teilte der Leiter des Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrums Lübeck, Hans Wißkirchen, am Dienstag in Lübeck mit.

Die Schriftstücke aus den Jahren 1930 und 1931 wurden vor kurzem in alten Schulakten entdeckt. Der damalige Schulleiter Georg Rosenthal hatte den in der Zwischenzeit berühmt geworden einstigen Schüler eingeladen, 1931 zur 400-Jahrfeier des Katharineums eine Rede zu halten und einen Beitrag für die Festschrift zu verfassen. In den Briefen, von denen vier handschriftlich sind, geht es um Inhalt von Artikel und Rede.

Die Ansprache, die Thomas Mann am 7. September 1931 hielt, wurde seinerzeit in der Öffentlichkeit scharf kritisiert. Mann hatte statt der erwarteten Erinnerungsworte eine politische Rede an die Jugend gehalten. Das Lübecker Literaturzentrum Buddenbrookhaus plant nun eine Dokumentation, in der außer den bisher unbekannten Briefen auch das zeitgeschichtliche Umfeld und das spannungsreiche Verhältnis zwischen Thomas Mann und seiner Vaterstadt Lübeck beleuchtet werden sollen.