"Wickerts Bücher": Uli klappt den Deckel zu - DER SPIEGEL
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"Wickerts Bücher" Uli klappt den Deckel zu

Er will selber schreiben. Er will sich nicht so aufwendig vorbereiten müssen. Ulrich Wickert gibt seine Büchersendung im ARD-Fernsehen auf. Dabei hatten die Senderchefs doch um weitere Kapitel gebeten.
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Frankfurt/Main - Da waren's nur noch zwei: Das Triumvirat der deutschen Fernseh-Buchexperten löst sich auf. Ulrich Wickert kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" das letzte Kapitel seiner Literatursendung "Wickerts Bücher" an. Bleiben Elke Heidenreich ("Lesen") und Denis Scheck ("Druckfrisch") als Sachwalter einer immer mal wieder totgesagten, letztlich aber quicklebendigen Kulturtechnik.

Er habe herausgefunden, dass die Vorbereitung einer solchen Sendung zu viel Zeit koste, sagte Wickert der "FAZ". Diese Zeit fehle ihm, um selber zu schreiben. Er habe noch eine ganze Reihe von Projekten, an denen ihm liege. Die letzte Sendung von "Wickerts Bücher" wird nach seinen Angaben am 20. Mai gezeigt.

Von den Quoten sei er nicht enttäuscht gewesen, betonte Wickert. Diese seien für eine Sendung dieser Art normal gewesen. ARD-Programmdirektor Günter Struve und NDR-Intendant Jobst Plog hätten gewollt, dass er weitermache, fügte er hinzu. "Aber das hat mich doch nicht umstimmen können", sagte Wickert.

Ein ARD-Sprecher betonte am Montag, das Ende sei Wickerts eigener Wunsch gewesen. Es habe nicht an den Quoten gelegen. Wickert sagte, die Quoten seien für eine Sendung dieser Art normal gewesen. Bei den Kulturchefs der Sender hat es in den vergangenen Wochen eine Diskussion gegeben, ob weiterhin mit "Druckfrisch" und "Wickerts Bücher" zwei Büchersendungen im Programm bleiben. Über die Formate sollte auf der Mitte Mai in Leipzig anstehenden Konferenz der Kulturchefredakteure gesprochen werden.

Nach ARD-Angaben hatte Denis Scheck mit "Druckfrisch" bei den Sendungen im Februar und März im Schnitt 420.000 Zuschauer (3,9 Prozent Marktanteil). Wickerts Format erreichte bei den drei Ausgaben von Januar bis März im Schnitt 520.000 Zuschauer (4,2 Prozent Marktanteil). Der ARD-Sprecher sagte, es bleibe bei acht "Druckfrisch"-Ausgaben pro Jahr. Ein Nachfolgeformat für "Wickerts Bücher" ist nicht geplant.

Die Sendung des langjährigen "Tagesthemen"-Moderators war Mitte August mit einem Interview mit Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass gestartet. In dem Format spricht Wickert mit Autoren über ihre aktuellen Werke. Wickert veröffentlichte selbst mehrere Sachbücher und bislang zwei Kriminalromane über einen Pariser Untersuchungsrichter.

dan/ddp

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