Madonna im Museum - DER SPIEGEL
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AUSZEICHNUNGEN Madonna im Museum

• aus DER SPIEGEL 48/2001
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Ausgerechnet die Übertragung eines Kunstpreises soll Glamour in die Glotze bringen - und dem britischen Sender Channel 4 hohe Einschaltquoten. Keine Geringere als Pop-Queen Madonna wird am 9. Dezember in London den renommierten Turner-Preis für zeitgenössische Kunst überreichen. Der Sender ist überzeugt, dass nicht nur die Einschaltquoten deutlich über einer Million liegen werden, sondern dass sich auch das »Publikum qualitativ verändern wird« - soll heißen, extrem verjüngt. Madonnas Auftritt wird allerdings höchstens fünf Minuten dauern, inklusive einer kurzen Rede. Welcher der vier nominierten Künstler sich auf ihr Küsschen und die knapp 63 000 Mark Preisgeld freuen darf, ist noch offen: Ein britisches Wettbüro sieht den schwarzen Avantgarde-Filmemacher Isaac Julien vorn. Der hat schon zahlreiche Popvideos gedreht, und in einem seiner Werke geht es sogar um »Sex im Museum« - wozu Madonna auch spontan ein paar Worte einfallen dürften. Der Auslober des Preises, die Londoner Tate Gallery, besteht dennoch darauf: Die Musikerin sei nicht wegen ihrer Popularität, sondern ausschließlich »wegen ihres Interesses an moderner Kunst« ausgewählt worden. Und das hat Madonna bereits tatkräftig bewiesen. Zur aktuellen Surrealismus-Ausstellung der Tate Modern steuerte sie ein Gemälde von Frida Kahlo aus ihrer Sammlung bei.

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