Mädchenmut zum Pathos - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 93 / 123

POP Mädchenmut zum Pathos

• aus DER SPIEGEL 19/1997
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ziemlich verloren sah sie aus, als sie vor 30 000 Menschen trat, die eigentlich auf ihr Idol Sting warteten, und die einzige Waffe, die sie dabeihatte, war ihre Gitarre. Aber als sie dann anfing, ihr Instrument zu zupfen und zu singen, war plötzlich alles ganz einfach. Seitdem ist Soraya, 27, ein Popstar, wenn auch ein sehr ernster. Denn die Tochter kolumbianischer Eltern, deren Großmutter aus dem Libanon kam, hat einen so nostalgischen Blick auf das Leben, wie ihn nur College-Girls haben, die die Literatur der Romantik lieben. Soraya, in den USA aufgewachsen, erzählt mit gebrochener Stimme vom Ende einer Liebe und beschwört hell-gurrend den Anfang einer neuen; ihr Album »On Nights Like This« (Mercury) feiert mit melancholischem Gitarrenpop die Rückkehr des Pathos. Aber wenn sie von Mittwoch dieser Woche an durch Deutschland tourt, dann ist sicher: Sorayas Songs werden das Publikum verfolgen - unter anderem mit der Frage, was um Himmels willen es bloß ist, das diese schöne junge Frau so traurig macht.

Zur Ausgabe
Artikel 93 / 123