»Magnus": Tod im Tann
Magnus, Bauernsohn und ehemaliger Theologiestudent, der bei einem Unfall die Sprache verloren hat, siedelt nach siebenjährigem Schweigen in den kranken Wald um. Die Gemeinde will eben diesen Wald an einen Rüstungskonzern verkaufen, der dort Panzer ausprobieren will. Der Stumme und seine Zwillingsschwester Kathi beginnen einen aussichtslosen Kampf, von einem auflagenschwachen, linken Lokalblatt unterstützt. Eine intrigante Ärztin, die dann auch einen symbolträchtigen Tod erleidet, zieht Kathi ins feindliche Lager: Sie wird samt Auto von einer Tanne erschlagen. Auf Holzschnittart ist der Umwelt-Roman »Magnus« (Rasch und Röhring Verlag, Hamburg; 192 Seiten; 34 Mark) von Jürgen König geraten. Sein aktuelles Thema erzählt der in Oberbayern lebende Autor in altbackener Sprache - vor allem, wenn er humorvoll sein will: »Nur die Nase eines Verirrten in der Sahara, in Gummistiefeln und Perlonsocken auf dem Marsch von Insallah nach El Golea, würde am Ziel eines Weißlacker-Erlebnisses teilhaftig, wenn er sich seines Schuhwerks entledigt.« Dabei geht es nur um einen bayrischen Käse.