Cousin von Marcel Reich-Ranicki Maler Frank Auerbach ist tot
Maler Auerbach in London, 1962
Foto:Express / Getty Images
Der Maler Frank Auerbach ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren am Montag in seinem Haus in London, wie Auerbachs Galerie, Frankie Rossi Art Projects, am Dienstag mitteilte. Auerbach, Cousin des verstorbenen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, floh als Kind vor den Nazis nach England. Dort war er ein bewunderter Maler, dessen Bilder auf Auktionen Millionensummen erzielten. Die Deutschen entdecken ihn erst jetzt.
»Wir haben einen engen Freund und bemerkenswerten Künstler verloren, aber wir können uns damit trösten, dass seine Stimme noch für Generationen nachhallen wird«, sagte Geoffrey Parton, Direktor der Galerie.
Auerbach wurde 1931 in Berlin geboren, im April 1939 kam er von Hamburg aus als Siebenjähriger im Hafen von Southampton an, mit einem der Kindertransporte – die britische Regierung hatte über 10.000 jüdischen Jungen und Mädchen Asyl gewährt. Er war das einzige Kind seiner Eltern, die wenige Jahre nach seiner Flucht im KZ ermordet wurden. Auerbach wuchs in einem englischen Internat auf.
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Nach dem Studium an der St. Martin’s School of Art und dem Royal College of Art in London widmete er sich der Malerei. Von 1954 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er in demselben Atelier im Norden Londons und arbeitete nach Angaben seiner Galerie 364 Tage im Jahr.
Zusammen mit den anderen Künstlern der »School of London« der Nachkriegszeit, darunter Francis Bacon und Lucian Freud, konzentrierte er sich auf die figurative Malerei. Er überzog die Leinwände oft mit dicken Farbschichten, um nahezu abstrakte, aber erkennbare Landschaften zu schaffen. Immer wieder kratzte er dabei die Farbe von Versionen ab, mit denen er unzufrieden war.
Er vertrat Großbritannien 1986 auf der Biennale von Venedig und gewann damit den Goldenen Löwen. Seine jüngste Ausstellung »Frank Auerbach: The Charcoal Heads« wurde im Februar in der Londoner Courtauld Gallery eröffnet.
Marcel Reich-Ranicki war einer seiner wenigen Verwandten, die den Holocaust überlebt hatten. Ihr gemeinsamer Großvater war der Berliner Rabbiner Mannheim Auerbach. Auerbach hinterlässt seinen Sohn, Jacob Auerbach.