Gestorben Margit Saad, 94
Ihr gelang, was nur wenigen ihrer Zunft glückte: eine glänzende Schauspielkarriere im Wirtschaftswunderdeutschland und später Erfolg auch hinter der Kamera. Margit Saad, Tochter eines libanesischen Linguisten und einer deutschen Sprachlehrerin, studierte in München an der Otto Falckenberg Schule Schauspiel. Die Engagements flogen der attraktiven und handwerklich versierten Künstlerin bald zu. 1951 hatte sie ihre erste Filmrolle in »Eva erbt das Paradies«, 1960 spielte sie in der britischen Kinoproduktion »Die Spur führt ins Nichts«, einem ihrer schönsten Filme, wie sie selbst fand, die weibliche Hauptrolle. 1961 wurde sie als Titelheldin in der deutschen Erstaufführung von »Irma la Douce« mit Harald Juhnke auf der Bühne gefeiert. Ihr Drang, kreativ zu sein, führte sie Anfang der Siebziger zu einem Volontariat beim Süddeutschen Rundfunk, erste Regiearbeiten folgten. Saad war bald eine der wenigen Frauen, die in der Film- und Fernsehwelt Anerkennung als Regisseurin und Drehbuchautorin ernteten. Sie drehte Dokumentationen zum Beispiel über Künstlerinnen; ihre anspruchsvollen Literaturverfilmungen wurden als »feinsinnig und sinnlich« gerühmt. Margit Saad starb am 7. August in München.